von Dr. Gunter Jess: Eigentlich ist es ja zum Weinen! Viele meiner Generation sind 1989 auf die Straße gegangen, haben das marode DDR-System zu Fall gebracht, um endlich an der demokratischen, politischen Willensbildung mitwirken zu können. Und 27 Jahre später, am 10.05.2016, beschließt das Studierendenparlament der Universität Greifswald tatsächlich, eine bereits vom Allgemeinen Studierendenausschuß (AStA) anberaumte Podiumsdiskussion am 20.06.16 zu den Landtagswahlen 2016 abzusagen, weil auch die Partei AfD eingeladen worden war.

Und der Grund? Originalton: „Die Studierendenschaft Greifswald spricht sich gegen eine Teilnahme von undemokratischen, rassistischen und menschenverachtenden Parteien an einer Podiumsdiskussion zu den Landtagswahlen 2016 der Studierendenschaft aus. Aufgrund dessen wird der AStA beauftragt die Podiumsdiskussion abzusagen.“ Unterschrift: Marc Benedict

Das Stupa-Präsidium, das die Einladungen an die Parteien ausgesprochen hatte, trat daraufhin zurück. Vielleicht kann man das als Zeichen deuten, daß es auch beim AStA und Stupa noch Demokraten gegeben hat, die eine Auseinandersetzung mit politisch Andersdenkenden nicht gescheut hätten. Doch haben sich wohl die „ideologischen Hardliner“ durchgesetzt. In diesem Zusammenhang, ist es gut zu wissen, daß  diese selbstherrlichen Studierenden mit einer Wahlbeteiligung von – in der Regel um ca. 20 % der Studierenden – „demokratisch“ legitimiert sind!

Also: Die AfD soll „undemokratisch, rassistisch und menschenverachtend“ sein! Fragt man sich nicht unwillkürlich: Wer hat das festgestellt? Kraft welcher Wassersuppe wagt der Herr Benedict eine solche Aussage zu unterschreiben? Gleichzeitig verweigert man die offene politische Auseinandersetzung.

Erweisen sich die Urheber dieses Beschlusses nicht selbst als undemokratisch und Feiglinge dazu, indem sie eine zugelassene Partei, deren Mitglieder und Wähler diffamieren und gleichzeitig den politischen Diskurs verweigern?

Erweisen sie sich selbst nicht als menschenverachtend, indem sie die zunehmende Zahl der AfD-Wähler beschimpfen und beleidigen, ja versuchen auszugrenzen.

Gut, da die AfD-Mitglieder und Wähler nun wirklich keine eigene Rasse sind, kann man die o.g. wenigstens nicht als Rassisten bezeichnen. Aber ich bin ziemlich sicher, daß sie es gern sehen würden, wenn alle AfD-Mitglieder ein „R“ für „Rechte/r“ am Revers  tragen müßten. Der AfD Rassismus vorzuwerfen ist jedoch einfach an Dummheit nicht zu übertreffen. Insofern muß man feststellen, daß auch Studierende nicht vor ideologischer Dummheit gefeit sind!

Die AfD ist weder undemokratisch, weder rassistisch, noch menschenverachtend. Sie ist einfach nur nationalkonservativ, freiheitlich, demokratisch und patriotisch orientiert. Dafür muß sich niemand schämen!

 

Dr. Gunter Jess
Eingestellt von Dr.Gunter Jess. Er ist Gründungsmitglied der Alternative für Deutschland in Mecklenburg-Vorpommern. Für die Landtagswahk 2016 kandidiert er auf Platz 5 der Landesliste. Weiterhin vertritt er unsere Wähler im Kreistag Vorpommern-Greifswald.